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Online-Demonstrationen

Ob Kundgebungen in der Einkaufsstraße oder im Netz stattfinden, ob Unterschriften am Hauptplatz gesammelt oder per Online-Petition eingeholt werden, es geht darum, ein Anliegen voranzutreiben. Mit Demonstrationen wollen wir einem Thema zu mehr Präsenz in der öffentlichen Wahrnehmung verhelfen. Wir wollen als Unterstützer_innen einer Sache sichtbar werden, um auch andere für dieses Anliegen zu gewinnen. Wir signalisieren etwas, stehen mit unserer Präsenz und mit unseren Unterschriften unter Petitionen für unsere Anliegen ein. Ob auf der Straße oder im Netz, wir machen Eindruck, wenn wir als "viele" wahrgenommen werden und verhelfen unseren Anliegen zu Relevanz, wenn sowohl Anliegen als auch Unterstützung allgegenwärtig zu sein scheinen und sich in immer weiterer Unterstützung neu gewonnener Sympathisant_innen zeigen. Ziel dieses Beitrags ist es, einen groben Leitfaden zu liefern, was bei der Planung und Durchführung von Online-Demonstrationen zu beachten ist. Angereichert wird dieser Leitfaden durch praktische Erfahrungen, die bei der Durchführung der «Online-Demo gegen den CERN-Ausstieg Österreichs» und der Online-Demonstration im Rahmen der #unibrennt-Bewegung gewonnen wurden.

Be the TV media

Der Vermittlungsweg Video dient in Zeiten der zeitnahen und medialen Kommunikation als wichtiges und am leichtesten konsumierbares Medium der Informationsvermittlung. Während die Produktion von professionellen "fernsehtauglichen" Berichten viel Know-how und Vorbereitung benötigt und sich auch die Nachbearbeitung arbeitsintensiv gestaltet, sind Videoclips relativ einfach, schnell und mit wenig Aufwand aus Mobiltelefonen oder der eigenen Digicam zu zaubern. Die notwendigen Schritte zur Verbreitung selbstgemachter Videos sind heutzutage so niedrigschwellig, dass wir alle von nahezu überall aus tätig werden können. Die Selbstverständlichkeit, mit der viele von uns das bereits tun, verdanken wir der fortschreitenden Medialisierung unserer Welt und einer damit einhergehenden breiten Medienaffinität.

Sharing

Das Internet, das in den letzten Jahren so gerne Web 2.0 genannt wird, ist mit seinen Social Media Tools wie ein großes Spielzimmer. Es liegen Unmengen von kleinen Bauklötzen herum, von denen wir uns die passenden aussuchen, um Inhalte, Forderungen und Erfahrungen an die Leute zu bringen. Dabei wird jede Art von Information online mit Freund_innen oder Menschen, von denen wir glauben, dass sie sich dafür interessieren, geteilt. Der so genannte soziale Filter bekommt idealerweise mit, was der/die Freund_in empfiehlt und animiert zum Klick. Sharing hängt vom Medium ab. Beim Extremfall Twitter ist man zum Beispiel auf 140 Zeichen limitiert, auf Plattformen wie Facebook punktet mensch mit visueller Schlagkraft, YouTube-Clips leben von gelungenem Storytelling. Was aber vor allem zählt ist Inhalt, Planung und das richtige Netzwerk. Oder ein guter Witz, denn wie sonst könnte ein simples Katzenvideo über 20 Millionen Menschen zum Klick bewegen?