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Online-Demonstrationen

Ob Kundgebungen in der Einkaufsstraße oder im Netz stattfinden, ob Unterschriften am Hauptplatz gesammelt oder per Online-Petition eingeholt werden, es geht darum, ein Anliegen voranzutreiben. Mit Demonstrationen wollen wir einem Thema zu mehr Präsenz in der öffentlichen Wahrnehmung verhelfen. Wir wollen als Unterstützer_innen einer Sache sichtbar werden, um auch andere für dieses Anliegen zu gewinnen. Wir signalisieren etwas, stehen mit unserer Präsenz und mit unseren Unterschriften unter Petitionen für unsere Anliegen ein. Ob auf der Straße oder im Netz, wir machen Eindruck, wenn wir als "viele" wahrgenommen werden und verhelfen unseren Anliegen zu Relevanz, wenn sowohl Anliegen als auch Unterstützung allgegenwärtig zu sein scheinen und sich in immer weiterer Unterstützung neu gewonnener Sympathisant_innen zeigen. Ziel dieses Beitrags ist es, einen groben Leitfaden zu liefern, was bei der Planung und Durchführung von Online-Demonstrationen zu beachten ist. Angereichert wird dieser Leitfaden durch praktische Erfahrungen, die bei der Durchführung der «Online-Demo gegen den CERN-Ausstieg Österreichs» und der Online-Demonstration im Rahmen der #unibrennt-Bewegung gewonnen wurden.

Starter-Kit für alles was es braucht

Warum mit Social Media anfangen und wie? Unabhängig davon ob ein Protest, eine Bewegung, eine Kampagne spontan oder geplant entsteht, ob eine zivilgesellschaftliche Organisation auf ehrenamtliches Engagement angewiesen ist oder sich professionelle NGO-Arbeit leisten kann: eigentlich immer ist es unerlässlich, schnell und flexibel Informationen mit den Teilnehmern oder Mitgliedern und mit der Öffentlichkeit austauschen zu können. Das Social Web bietet eine Vielzahl an Tools und Möglichkeiten für diesen Zweck. Doch bevor man anfängt wahllos Informationsfragmente zu verbreiten, sollte man sich über die aktuelle Situation bewusst werden und dann beginnen, ein unabhängiges Informationsnetzwerk aufzubauen. Und bevor du mit dem Fundament deiner Social Media Architektur loslegst, lass uns einige Erfolgsfaktoren für das Auftreten im Social Web zusammenfassen.

Auszug aus dem NetzKnigge

Wenn wir unser Starter-Kit online gebracht haben und loslegen können, eigentlich schon unseren Kanal bespielen und uns zu vernetzen beginnen, bleibt manchmal dennoch die Sorge, dass wir irgendwo in ein Fettnäpfchen treten könnten, uns in irgendeiner Weise ungeschickt anstellen oder in ein «absolutes NO-GO» stolpern. Mit einem neuen Webauftritt ist das immerhin ein gutes Stück Neuland, in das wir hier vorstoßen. Selbst wenn wir gut vorbereitet sind – und das sind wir –, müssen wir uns viele Nuancen erst erarbeiten. Wir müssen manche Fehler erst machen, um dank der Folgen wirklich zu verstehen, warum das so und nicht so gemacht wird. Wir müssen unseren Stil finden, wollen souverän und stilvoll agieren. Nicht nur in eigenem Interesse, sondern auch für die anderen, mit denen wir kommunizieren.

Neulich am Kanal

Informationen haben die eigenartige Angewohnheit, dort zusammenzulaufen, wo sie ausgetauscht und wieder weitergeleitet werden. Durch das automatische Zusammenlaufen der Informationen entsteht ein Medium, ein Umschlagplatz für Informationen, ein Sendeplatz, der gleichzeitig Empfänger ist. Wer über Informationen als "Tauschmittel" verfügt, kann dafür andere Informationen erhalten. Den Wert der hereinkommenden Information tauscht das Medium zumindest teilweise gegen den Wert der Weiterverbreitungsleistung. «Ein Medium bekommt Informationen, weil es Informationen hergibt, verteilt, weiterleitet.» In unserem Informationszeitalter ist es aufgrund der vielen, immer zugänglicher werdenden technischen Verbreitungskanäle auch für die Einzelne und den Einzelnen kein Problem mehr, selbst als Medium zu fungieren. Mit Internetzugang und Mobiltelefon bist du dabei. Als politisch aktive Person bist du fast unweigerlich als Informationstauschende_r und als Medium tätig, und du kannst alleine oder im Team diese Dimension deines Tuns weiterentwickeln. Stellt sich die Frage, was dich als Informationsbroker_in und Medium erfolgreich macht und was nicht.

Partizipative Veranstaltungen

Wie können Veranstaltungen so organisiert werden, dass sich die begegnenden Menschen motiviert fühlen, ihr Wissen mit anderen zu teilen? Das Web 2.0 hat eine Kultur hervorgebracht, Menschen miteinander in Beziehung zu setzen, indem Gemeinsamkeiten über eine große Anzahl Beteiligter gesucht und gefunden werden. Die Aneignung von Wissen findet dann statt, wenn Menschen die Probleme ihres Alltags lösen müssen. Das häufig hoch spezialisierte Wissen weiterzugeben gelingt in Webforen, Blogs, den Facebook-Gruppen oder ganz allgemein in zahlreichen Communities im Internet. Seit geraumer Zeit sind Veranstaltungsformate zu beobachten, die die digitalen Pfade ergänzen und in der Kohlenstoffwelt face2face-Begegnungen hervorbringen. Socialbars, BarCamps, Twittwoche, Usergroups, "Web-Stammtische", Hackerspaces: Die Namen sind zahlreich, die Veranstaltungskonzepte ebenso. die diesen Veranstaltungen gemeinsame Kultur ist geprägt von Ergebnisoffenheit, gleichrangiger Partizipation und Individualisierung.

Manuals

Das Kapitel der Manuals ist in drei Abschnitte mit jeweils vier Anleitungen gegliedert und spannt den Bogen vom Aufbau eigener Informationsarchitekturen über das Bespielen mit eigenen Inhalten bis hin zum verantwortungsvollen Management der aufgebauten Strukturen.